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„Wasser ist keine übliche Handelsware,
sondern ein ererbtes Gut, das geschützt, verteidigt und entsprechend behandelt werden muss.“


Dieser erste Satz der EG-Wasserrahmenrichtlinie ist seit dem Jahre 2000 Programm für die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Die Wasserrahmenrichtlinie setzt zum Ziel, bis zum Jahre 2015 den „guten ökologischen und chemischen Zustand“ der Oberflächengewässer wieder herzustellen. Damit sollen vor allem die Trinkwasservorräte vor der Verunreinigung durch Abwässer geschützt werden.

Der freie Zugang zu sauberem Trinkwasser ist für uns ein Menschenrecht. Er ist am ehesten gewährleistet, wenn die Kommunen über eigene Trinkwasservorkommen verfügen. Sie gewährleisten die gesetzlich geforderte Qualität des Trinkwassers und berechnen den Bürgern lediglich die entstehenden Kosten. Bei einer Privatisierung der Trinkwasserlieferung werden die Bürger „Marktpreise“ bezahlen müssen.

Die Entwicklung in den USA sollte uns ein warnendes Beispiel sein. Dort ist das „Wasser aus dem Hahn“ nicht trinkbar. Trinkwasser muss vielmehr als „bottled water“, also abgefüllt in Flaschen, zusätzlich und teuer gekauft werden.

Im Werrarevier sind Trinkwasservorräte großflächig durch aufsteigendes Salzwasser vernichtet. Dies ist keineswegs ein „natürlicher Vorgang“, sondern wird durch die Verpressung industrieller Abwässer in unterirdische Gesteinsschichten verursacht. Auch die Trinkwasservorkommen der Gemeinde Gerstungen sind gefährdet und zum Teil schon unbrauchbar.

Lehren zieht man daraus nicht, man versucht sogar neue Verfahren wie CCS und Fracking in Deutschland zu etablieren.

Mit der CCS-Technologie (Carbon, Capture and Storage) sollen große Mengen Kohlendioxid (CO2) mit hohem Druck in den Untergrund gepresst werden. Gefährliche Auswirkungen für das Grundwasser, z.B. durch verdrängtes salines Porenwasser, sind zu erwarten.

„Fracking“ ist eine Bezeichnung für „Hydraulic Fracturing“, ein Verfahren, in dem mit hohem Druck Wasser mit Sand und chemischen Beimengungen durch Bohrlöcher in den Untergrund gepresst wird um damit „unkonventionelles Erdgas" zu fördern. Es ist jedoch bekannt, dass auch wassergefährdende, krebserregende und kennzeichnungspflichtige Chemikalien zum Einsatz kommen. Außerdem fallen mit dem bei der Förderung zurückströmenden Wasser (Flowback) große Mengen von stark belastetem Abwasser an. Auch hier wird das Grundwasser in hohem Maße gefährdet.

Schützt uns die Wasserrahmenrichtlinie vor dieser Entwicklung? Im Bundesland Hessen sind noch in den Jahren 2012 und 2013 Genehmigungen erteilt worden, welche die Ziele und Fristen der Wasserrahmenrichtlinie offenbar nicht zur Kenntnis nehmen.

Trinkwasservernichtung und Privatisierung des Wassermarktes gehen Hand in Hand. Die Kommunen haben Anlass, ihre Bürger vor dieser Entwicklung zu schützen.

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