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Türe zu und vergessen? "Grubenwehr löscht Schwelbrand" war eine Falschmeldung


Es brennt immer noch in der weltweit größten Untertagedeponie für besonders überwachungsbedürftige Abfälle in Herfa-Neurode. Die Meldung vom Oktober 2016, die Grubenwehr habe den Brand gelöscht, war offensichtlich falsch. Die das Regierungspräsidium Kassel als zuständige Behörde weiß angeblich nicht, "was gebrannt hat und warum".

Das lässt Fragen offen. Der Betrieb einer Giftmülldeponie setzt voraus, dass man dem Betreiber die nötige Sachkenntnis und Zuverlässigkeit unterstellen kann und dass die Überwachungsbehörde ihre Aufgabe ernst nimmt und auch erfüllen kann. Wenn die Behörde jetzt Unkenntnis vorschützt, dann ist unklar, wer die "besonders überwachungsbedürftigen Abfälle" eigentlich überwacht. Etwa der Betreiber selbst? Angesichts der Gefahren, die von einer Giftmülldeponie ausgehen können, könnte hier eine nicht akzeptable Interessenkolllision bestehen.

Wenn der Brand nicht durch Sauerstoffabschluss gelöscht werden kann, könnten die Grubenbereiche nicht hinreichend abgeschottet sein. Dann wären die Gifte nicht sachgerecht untergebracht und es wäre nicht auszuschließen, dass gefährliche Gase aus dem angeblich abgeschotteten Grubenbereich nach Außen gedrungen sind.

Es könnte auch sein, dass reaktive Gemische eingelagert worden sich, etwa wenn die Giftstoffe mit Sauerstoffträgern vermischt sind. Dies müsste dokumentiert werden und damit den Behörden bekannt sein.

K+S und das RP Kassel haben viel zu erklären. Bei einem Brand in einer untertägigen Giftmülldeponie am Oberrhein mussten anschließend alle umliegenden Salzbergwerke geschlossen werden.

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