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Neue HLNUG-Stellungnahme – Heilquellen und Trinkwasser weiter gefährdet!

Auch Gemeinde Gerstungen fordert sofortige Beendigung der Versenkung!


Die Stellungnahme der Hessischen Fachbehörde bestätigt vollumfänglich und mit messerscharfer Präzision, dass das numerische 3D-Grundwassermodell Kali 60 weder kalibriert noch prognosefähig ist. Das Modell ist mit erhebliche Unsicherheiten behaftet und die im Modell eingestellten wesentlichen und wichtigen geohydraulischen Parameter wie Porositäten (Speichervolumen), Störungszonen und Durchlässigkeitsbeiwerte sind fehlerhaft.

Zu dem gleichen Ergebnis kommt der Sachverständige Dr. Krupp sowie der gerichtlich bestellte Gutachter des Verwaltungsgerichts Kassel, Prof. Sauter.

Im Übrigen - auch der Behördengutachter (Ingenieurbüro) und selbst das RP Kassel haben erhebliche Zweifel an der konkreten Aussagekraft des 3D-Modells. Das RP Kassel sah deshalb eine zusätzliche Gefährdungsabschätzung für erforderlich an. Dies ergibt sich aus den Stellungnahmen in den Akten und der Versenkerlaubnis vom 23.12.2016 selbst.

Die grundsätzliche Gefährdung der noch verbliebenen Trinkwasserversorgung im Werra-Kaligebiet sowie die Gefährdung der Heilquellen in Bad Hersfeld durch die Fortsetzung der Versenkung kann deshalb nach der Stellungnahme des HLNUG durch das 3D- Modell nicht ausgeschlossen werden.

Die Gemeinde hatte jedenfalls unverzüglich nach Erhalt und Auswertung der neuen HLNUG-Stellungnahme beim Präsident des RP Kassel die Aufhebung der Vollziehung der Versenkerlaubnis gefordert. Auch vor dem Verwaltungsgericht Kassel wird die neue Stellungnahme, die einer Versenkerlaubnis definitiv entgegensteht, im aktuellen gerichtlichen Verfahren Beachtung finden müssen.

Die Beteiligung der hessischen und thüringischen Fachbehörden war zunächst durch das Hessische Umweltministerium verzögert und dann auch noch beschränkt worden. Im Gegensatz zum Ministerium hatte nämlich das RP Kassel ausdrücklich auf eine Beteiligung der Fachbehörden bestanden.

Auch das hessische Umweltministerium hatte zunächst offenbar gegenüber der Presse behauptet, dass das HLNUG das nummerische 3D-Modell für kalibriert und prognosefähig erachtet habe. In dem Bericht der „Wirtschaftswoche“ vom 10.03.2017 heißt es:

„Laut Ministerium wurde das Modell von „u. a. einem externen Behördengutachter über Monate äußerst sorgfältig geprüft“ und sei „geeignet für eine belastbare Prognoserechnung“. Zudem behauptet das Ministerium, dass das Modell vom Landesumweltamt als „endkalibriert“, also passend, angesehen wurde.“

Zu diesem Zeitpunkt wusste aber die Ministerin bereits, dass die hessische Landesumweltbehörde (HLNUG) das Gegenteil erklärt hatte! Erst nachdem die neue HLNUG-Stellungnahme die Öffentlichkeit erreichte, ruderte man zurück und behauptet nun, das HLNUG sei nicht kompetent.

Über die eklatanten Fehler des 3-D-Modells kann sich jeder selbst ein Bild machen.

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