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Getreu nach dem alten Adenauer-Zitat: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern - Leserbrief von Johannes Woth

In unmittelbarer Nähe meines Wohnortes Dippach befindet sich auf hessischer Seite eine Rückstandshalde der K+S – im Volksmund „Kalimanscharo“ oder „Monte Kali“ genannt. Hier werden die Rückstände aus der Kaliverarbeitung abgelagert. Die Halde wird seit ca. 40 Jahren betrieben und hat inzwischen ein Volumen von rund 200 Millionen Tonnen. Neben dem bei der Kaligewinnung nicht verwertbaren Steinsalz (ist der größte Anteil) werden auch die Chemikalien aus dem Trocken-Trennverfahren ESTA(Elektro-Statische-Aufbereitung) auf der Halde abgelagert.

Seit dem Jahre 2006 versuchen nun die Mitglieder der Bürgerinitiative „Für ein lebenswertes Werratal“ die Bestandteile dieser Chemikalie in Erfahrung zu bringen. Dazu wurden Anfragen an die hessischen und thüringischen Behörden sowie an das Unternehmen K+S gestellt, gleichfalls wurde der Rechtsweg zur vollständigen Bekanntgabe eingeschlagen. Alle Bemühungen führten jedoch nicht zu einer vollständigen Offenlegung der Inhaltsstoffe der Halde. Zwar wird bestätigt, dass diese Stoffe durch Verwehungen von der Halde in die Umwelt eingetragen und durch Regenwasserabflüsse in die Werra abgeleitet werden, aber dies sei alles ungefährlich, irrelevant, unbedeutend… und außerdem sei es ein Betriebsgeheimnis.

Das Regierungspräsidium Kassel bestätigte der BI, dass ihr die Inhaltsstoffe seit Beginn des Betreibens der Halde bekannt seien und für die Umwelt keinerlei und zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung darstellten.

War das nun alles nur „Geschwätz“?

Im neusten Antrag auf wasserrechtlich Erlaubnis zur Einleitung von Salzabwässern in die Werra schreibt K+S unter der Thematik - Einsatz weniger gefährlicher Stoffe-: „In der Vergangenheit konnten immer wieder Stoffe des ESTA-Verfahrens durch umweltfreundlichere Aufbereitungsstoffe ersetzt werden“.

Obwohl vorher alles ungefährlich war … muss ich das verstehen? – Offenheit schafft Vertrauen und Vertrauen ist die Basis zum Fortbestand der Kaliindustrie!


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